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Sanierung Altlast K20 "Kalkdeponie Brückl I/II", Brückl (K)

1 ÜBERSICHT IST-SITUATION

Die "Kalkdeponie Brückl I/II" ist eine ehemalige Betriebsdeponie der Donau Chemie AG und liegt etwa 1 km südlich von Brückl im unteren Görtschitztal (s. Abb. 1).

Abb. 1: Ausschnitt ÖK mit Lage der Altlast K20 "Kalkdeponie I/II"

Von 1926 bis 1981 wurden auf dem natürlichen Gelände Abfälle in Form einer Haldenschüttung abgelagert (Karbidkalk Aschen, Schlacken, Kehricht und Kohle als Nebenbestandteile des Kalziumkarbids, Bauschutt, Abraummaterial). Karbidkalk ist ein Nebenprodukt, das bei der Erzeugung von Acetylen durch eine Umsetzung von Kalziumkarbid mit Wasser (Nebenprodukte: Kalkmilch und Karbidkalk) entsteht. Zusätzlich wurden CKW-haltige Filter bzw. CKW-haltige Schlämme abgelagert.

Die Mächtigkeit kann mit 11 m bis 15 m angegeben werden. Die Deponie wurde ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers betrieben und nach Abschluss der Ablagerungen mit Erdmaterial abgedeckt und rekultiviert. Die Deponiesohle liegt lokal im Grundwasser.

Der Untergrund besteht aus sandigen Kiesen (stellenweise über 100 m mächtig) und ist gut durchlässig. Im Grundwasser wurden hohe CKW-Gehalte festgestellt, die auf Schadstoffemissionen aus den Ablagerungen zurückzuführen sind. Weiterführende Untersuchungen zeigten darüber hinaus eine erhebliche Belastung mit Quecksilber. Bereichsweise wurden diese in deutlich auffälligen Horizonten mit Auffüllmaterial nachgewiesen. Im Grundwasser wurden deutlich erhöhte Hg-Belastungen bisher nicht nachgewiesen. Maßgebendes Oberflächengewässer ist die Gurk, die im Osten direkt an die Deponie angrenzt (s. Abb. 2).

Die Altlast K20 "Kalkdeponie Brückl I/II" wurde 2004 in die Prioritätenklasse 1 eingestuft.

Nach bereits erfolgten Sicherungsschritten auf Basis eines wasserpolizeilichen Auftrags aus 1995 (Beweissicherungsmaßnahmen, Errichtung und Betrieb von Bodenluftabsaugpegeln samt Abluftreinigungsanlage wurde die Donauchemie AG per Bescheid zur Umsetzung eines Sanierungsprojektes verpflichtet.

Abb. 2: Profilschnitt durch die Kalkdeponie I/II zwischen Gurk und dem für die Sanierung maßgeblichen Manipulationsbereich

Die abgelagerten Kalkschlämme sind in der überwiegenden Menge gering belastet, rund 8% sind sehr stark mit CKW belastet. Als wesentlich sind die leichtflüchtigen CKW Tetrachlorethen, Trichlorethen sowie die schwerer flüchtigen Hexachlorbutadien und Hexachlorbenzol zu benennen. Zudem wurden in wechselnden Auffüllungshorizonten teilweise hohe Gehalte an Hg nachgewiesen.

Die Untersuchungen der Bodenluft im gewachsenen Boden unter den Ablagerungen belegen stark erhöhte Konzentrationen für CKW.

2 SANIERUNGSMASSNAHMEN

Im Zuge von Vorarbeiten (Verbesserung Zufahrt, Abbrucharbeiten, Leitungsumlegungen) wurde im Vorfeld der Altlast der sog. Manipulationsbereich errichtet. Dieser vollflächig asphaltierte zentrale Drehpunkt der Räumungsaktivitäten besteht aus

  • - einem Fahr- und Abladebereich für Arbeiten im Altlastenbereich,
  • - einem Zwischenlager zur Lagerung und Beprobung geräumter Abfälle (s. Abb. 3)
  • - einen vom Zwischenlager mittels Trennwand separierten externen Verladebereich für externe Transportfahrzeuge sowie
  • - einem zentral angeordneten Pufferbecken zur Retention von Niederschlagswässern.

Nach Abschluss der Vorarbeiten erfolgte Ende Mai 2012 der Räumungsbeginn.

Es ist geplant, innerhalb von 7 Jahren die Kubatur von rund 280.000 m³ kleinräumig auszuheben und in das Pufferlager zu verbringen. Bei angenommenen 1.750 Arbeitstagen ergibt sich ein durchschnittlicher Aushub von 160 m³/Tag.

Nach Vorliegen der chemischen Untersuchungsergebnisse erfolgt die Verladung der freigegebenen Aushubmaterialien auf Transport-LKWs. Unbelastete und gering mit Hg belastete Kalkschlämme (Hg-Gehalt im Feststoff bis 10 mg/kg) sowie darüber hinaus unbelastete oder mit CKW belastete Kalkschlämme (s. Abb. 4 und 5) werden einer Verwertung im Bereich der W & P Zement GmbH in Wietersdorf (Entfernung rd. 14 km) zugeführt (239.000 to).

Abb. 3: Manipulationsbereich: Zwischenlagerboxen mit Kalkschlamm befüllt
Abb. 4: Kalkschlamm im Räumungsbereich

Alle übrigen Abfälle (187.000 to) sind einer obertägigen Deponierung oder im Falle einer Nicht-Deponierbarkeit einer Inertisierung, einer thermischen Behandlung oder einer Untertagedeponie zuzuführen.

Abb. 5: Kalkschlamm vermischt mit anderen Abfällen

Die Sanierungskosten betragen rd. € 38 Mio. Nach mittlerweile rd. 18 Monaten Räumung (November 2013) ist festzuhalten, dass die Arbeiten sowohl terminlich als auch kostenmäßig im Plan liegen.

Salzburg, 13. 11. 2013

Dr. Hartwig Kraiger